Wer bezahlt den Preis für unseren Wein?
24. August 2026 – Lesestart!
So früh wie noch nie. So klein wie noch nie.
Hitze. Trockenheit. Starkregen. Hagel.
2026 hat uns allen gezeigt, wer im Weingarten und am Feld das letzte Wort spricht: die Natur.
Weniger Trauben. Mehr Selektion. Weniger Ertragssicherheit.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment für uns Landwirte, Stellung zu beziehen und noch sichtbarer zu werden.
Denn Landwirtschaft ist systemrelevant.
No farmers, no future.
Auch wir Winzer haben eine Stimme. Und wir entscheiden mit darüber, wie unsere Böden, unser Wasser und unsere Kulturlandschaften morgen aussehen. Diese Verantwortung endet keinesfalls an der Weingartenzeile.
Wir bewirtschaften unsere Weingärten biologisch, biodynamisch und regenerativ. Nicht aus marktwirtschaftlichem Opportunismus, sondern aus Überzeugung: für lebendige Böden, gesunde Reben, stabile Ökosysteme und ein lebenswertes Morgen.
Biodynamie bedeutet für uns, natürliche Kreisläufe zu verstehen, zu respektieren und zu stärken.
Das braucht Zeit. Wissen. Handarbeit. Und Konsequenz.
Wir verzichten auf synthetische Pestizide und Herbizide, fördern die Biodiversität, bauen unsere Böden auf und bewässern nicht – selbst hier, in einer der trockensten Regionen Österreichs.
Und es funktioniert.
Wir fördern Reben, die tief wurzeln, vitale Böden, die Wasser speichern, und einen Weingarten, der auch Witterungsextremen standhalten kann.
Es ist schon lange keine Glaubensfrage mehr:
Was dem Boden guttut, tut auch dem Wein gut.
Gesunde Böden bringen Trauben mit Tiefe, Spannung und Charakter. Sie sind die Grundlage für Weine, die nicht auf maximale Leistung getrimmt sind, sondern ihren Standort und ihren Jahrgang widerspiegeln.
Unikate mit Rückgrat und Charakter.
Dieser Weg hat – wie alles im Leben – seinen Preis.
Kostenwahrheit.
Was kostet ein Wein wirklich?
Handarbeit kostet mehr.
Handlese und Selektion kosten mehr.
Faire Löhne kosten mehr.
Biodynamische und regenerative Bewirtschaftung kosten Zeit, Wissen und Geld.
Und wenn ein Jahr wie 2026 weniger Trauben bringt, werden die Kosten nicht weniger.
Landwirtschaft hat immer einen Preis.
Die Frage ist nur: Wer bezahlt ihn?
Wenn Böden ausgelaugt, Wasser verschwendet oder die Folgen intensiver Bewirtschaftung ausgelagert werden, ist es kurzsichtig zu glauben, das Produkt sei billiger.
Die Kosten verschwinden nicht. Sie werden weitergegeben – an die Natur, an die Gesellschaft und an dich und mich und unsere Kinder von morgen.
Wir wollen so wirtschaften, dass auch die nächsten Generationen noch auf gesunden Böden arbeiten können.
Das bedeutet für uns: Verantwortung übernehmen. Langfristig denken. Und unseren Weg konsequent gehen.
2026 hat uns dabei besonders gefordert. Wir haben weniger Trauben geerntet als jemals zuvor.
Wir haben akzeptiert, was der Jahrgang uns gegeben hat – und daraus mit konsequenter Selektion statt maximalem Ertrag großartige Qualitäten geerntet.
Denn Verantwortung zeigt sich nicht, wenn alles wie am Schnürchen läuft.
Sondern wenn es schwierig wird.
Deshalb soll der Preis unserer Weine nicht nur den Inhalt einer Flasche widerspiegeln. Er soll sichtbar machen, was dahintersteht:
Lebendige Böden.
Biodynamie.
Regenerative Landwirtschaft.
Verzicht auf synthetische Pestizide und Herbizide.
Verzicht auf Bewässerung.
Viel Handarbeit.
Faire Löhne.
Handlese und Selektion.
Ein ganzes Jahr Arbeit.
Und manchmal: weniger Ertrag.
Aber vielleicht genau deshalb: mehr Charakter.
2026 war früh. Klein. Intensiv.
Der Jahrgang liegt nun im Keller. Bereit, seine Geschichte zu erzählen.
Herzlich,
Herbert, Carmen & das Zillinger-Team
Buchtipp: „Der stumme Frühling“ – Rachel Carson